Titanic-Verein Schweiz

www.titanicverein.ch

Zeittafel

Alle Daten und Zeiten sind in der jeweiligen Lokalzeit angegeben. Die Zeiten in der Untergangsnacht sind als Bordzeit der Titanic zu verstehen.

In Queenstown macht die Titanic am 11. April 1912 ihren letzten Zwischenstopp, dann beginnt die Überfahrt. Hier entstehen die letzten Fotos des Schiffes. Auf dem Promenadendeck der Zweiten Klasse spazieren Elsie und Ada Julia Doling mit Edwin Frederic Wheeler. Erst mit der Entdeckung des Wracks am 1. September 1985 wird es wieder Fotos der Titanic geben.

In Queenstown macht die Titanic am 11. April 1912 ihren letzten Zwischenstopp, dann beginnt die Überfahrt. Hier entstehen die letzten Fotos des Schiffes. Auf dem Promenadendeck der Zweiten Klasse spazieren Elsie und Ada Julia Doling mit Edwin Frederic Wheeler. Erst mit der Entdeckung des Wracks am 1. September 1985 wird es wieder Fotos der Titanic geben.

16. Oktober 2007

Die Titanic-Überlebende Barbara Joice Dainton-West stirbt in Truro/England. Millvina Dean, die damals jüngste Überlebende ist fortan die letzte Zeugin der Unglücks.

1849

John Pilkington gründet die “White Star Line of Boston Packets”.

31. Dezember 1856

Pilkington übergibt die Firma an James Chambers, der fortan unter dem Namen „H.T. Wilson & Chambers“ operiert.

1862

Harland & Wolff wird als Schiffswerft registriert.

4. April 1864

Die Royal Standard, ein Schiff der Reederei, kollidiert auf der Jungfernfahrt mit einem Eisberg und sinkt beinahe.

1865

Namenswechsel in „Wilson&Cuningham“

18. Januar 1868

Thomas Henry Ismay kauft für £1.000 die Rechte an der verschuldeten White Star Line, deren Segelschiffe für den Handel mit Australien im Einsatz standen.

30. Juli 1869

Ismay bestellt sein erstes Schiff in Belfast (Belfast) bei der Werft Harland & Wolff. Einer seiner Financiers ist Gustav Christian Schwabe, Onkel von Gustav Wolff, dem Juniorpartner der Bauwerft. Es ist der Beginn einer jahrzehntelangen Geschäftsbeziehung zwischen der Reederei und der Werft.

6. September 1869

Ismay schafft eine Mutterfirma für die White Star Line, die Oceanic Steam Navigation Company Ltd (OSNC), die Marke, die nach aussen getragen wird, bleibt aber die White Star Line, mit ihrer markanten roten Flagge mit dem weissen Stern.

1891

Ismays Sohn, Joseph Bruce Ismay, steigt als Partner in die Firma ein.

1897

Die Belfaster Hafenbehörde plant, für Harland & Wolff ein Riesendock mit gigantischen Ausmassen zu bauen, um Schiffe in nie da gewesener Grösse ans Trockene holen zu können.

23. November 1899

Thomas Henry Ismay stirbt, sein Sohn Bruce übernimmt die Geschäfte.

4. Februar 1902

Der amerikanische Financier John Pierpont Morgan übernimmt die Aktienmehrheit der White Star Line. Diese soll weiter unter ihrem Namen operieren, ist aber Teil des Trusts von International Mercantile Marine (IMM).

1902

In Belfast wird man sich einig, das Riesendock zu bauen.

ca. 1903

Die Planung für den Bau der Olympic-Klasse beginnt unter strenger Geheimhaltung. Die britische Regierung hat in diesem Jahr entschieden, der Cunard zwei neue Schnelldampfer faktisch zu schenken, wenn sie sich, anders als die White Star Line, verpflichtet, in britischem Besitz zu bleiben. Bei der White Star Line beginnt die fieberhafte Suche nach einer Antwort auf die beiden Schiffe.

1903

Die Verträge für den Bau des Riesendocks werden unterzeichnet.

1904

Thomas Andrews wird zum stellvertretenden Chefkonstrukteur bei Harland & Wolff.

1904

Baubeginn des Riesendocks

Februar 1904

Bruce Ismay wird Präsident von IMM, seine White Star Line ist die mit Abstand grösste Reederei im neuen Verbund.

1905

Thomas Andrews steigt zum Chefkonstrukteur auf und widmet sich fortan vermutlich fast ausschliesslich dem Bau der neuen Superliner.

1906/1907

Bei Harland & Wolff werden drei riesige Hellinge (Baugerüste) abgerissen und mit noch grösseren ersetzt, um die grössten Schiffe der Welt zu bauen.

30. April 1907

Die Olympic und Titanic werden mit den endgültigen Ausmassen und Namen in die Bestellbücher von Harland & Wolff eingetragen.

Juli 1907

Einer weit verbreiteten Legende nach sollen Lord Pirrie und Bruce Ismay jetzt zum ersten Mal den Bau einer neuen Schiffsklasse angedacht haben. Dafür gibt es jedoch keine historischen Überlieferungen.

22. April 1908

Die Namen Olympic und Titanic werden öffentlich kommuniziert.

29. Juli 1908

Die White Star Line genehmigt die Baupläne für die Olympic und Titanic.

31. Juli 1908

Der Bauvertrag für die beiden Schiffe wird unterzeichnet.

16. Dezember 1908

Kiellegung der Olympic, Baunummer 400

22. März 1909

Kiellegung der Titanic, Baunummer 401

15. Mai 1909

Der Doppelboden der Titanic ist mit Spanten versehen.

6. April 1910

Alle Spanten der Titanic sind errichtet.

21. April 1910

Die Titanic fordert ihr erstes Todesopfer, der 15-jährige Nietjunge Samuel Joseph Scott stürzt vom Rumpf.

19. Oktober 1910

Die Beplankung der Titanic ist abgeschlossen.

20. Oktober 1910

Stapellauf der Olympic

Nov./Dez. 1910

Der Entscheid fällt, zugunsten der Fertigstellung der Olympic die Arbeiten an der Titanic zu verlangsamen. Sie soll nicht mehr 1911, sondern erst 1912 auf Jungfernfahrt gehen. Am Ende beträgt die Bauverzögerung volle 30 Wochen.

1. April 1911

Als erstes Schiff fährt die Olympic ins neue Riesendock, das erst später den Namen Thompson Dock erhält. Die Olympic findet passgenau Platz im Dock: Die Einfahrt ist 29,26m breit, das Schiff 28m, das Dock hat eine Länge von 270,36m, das Schiff 268,8m.

Mai 1911

Erst wenige Woche vor der Jungfernfahrt der Olympic darf in New York mit dem Bau einer Verlängerung des zu kurzen Docks begonnen werden.

29. Mai 1911

Probefahrt der Olympic

31. Mai 1911

Stapellauf der Titanic

14. Juni 1911

Die Olympic verlässt Southampton zur Jungfernfahrt nach New York.

20. Juni 1911

Noch während der Jungfernfahrt der Olympic telegrafiert ein begeisterter Bruce Ismay die Bestellung eines dritten Schwesternschiffes zu Harland & Wolff.

18. September 1911

Die White Star Line gibt das Datum der Jungfernfahrt der Titanic bekannt: 20. März 1911.

20. September 1911

Die Olympic kollidiert bei der Ausfahrt von Southampton mit dem Marinekreuzer Hawke und wird schwer beschädigt. Durch die notwendigen Reparaturarbeiten verzögert sich die Fertigstellung der Titanic abermals.

11. Oktober 1911

Die White Star Line gibt das korrigierte Datum der Jungfernfahrt der Titanic bekannt: 10. April 1912.

30. November 1911

Kiellegung für das dritte Schiff der Olympic-Klasse, anfänglich Gigantic, später Britannic genannt.

10. Januar 1912

Bruce Ismay gibt seinen Rücktritt als Präsident von IMM auf Ende 1912 bekannt.

12. Januar 1912

Die Rettungsboote der Titanic werden installiert.

3. Februar 1912

Die Titanic kommt in Belfast ins Trockendock.

24. Februar 1912

Die Olympic verliert ein Propellerblatt.

2. März 1912

Die Olympic kommt ins Trockendock in Belfast, um das Propellerblatt zu ersetzen.

20. März 1912

An diesem Tag hätte die Titanic auf Jungfernfahrt gehen sollen, doch wegen Reparaturarbeiten an der Olympic (vgl. 20. September 1911) wurde dieser bereits publizierte Termin verschoben.

29. März 1912

In London tagt die Vereinigung von Schiffsarchitekten und diskutiert über die mangelnde Zahl der Rettungsboote auf Schiffen sowie die veralteten Vorschriften. Zur Sprache kommen auch die Olympic und Titanic. Immerhin seien die Schiffe bereit, mit weiteren Booten nachgerüstet zu werden, falls die Vorschriften ändern.

31. März 1912

Die Titanic wird registriert, ihre Nummer lautet 131428.

1. April 1912

Die Testfahrten der Titanic werden wegen schlechten Wetters verschoben.

2. April 1912

Die Testfahrten der Titanic finden erfolgreich statt – Überführung nach Southampton.

3. April 1912

Die Titanic erreicht Southampton.

6. April 1912

Die meisten Besatzungsmitglieder beginnen mit den Vorbereitungen für die Reise. Die Kohle wird gebunkert.

8. April 1912

Proviant wird an Bord gebracht.

10. April 1912

Harland & Wolff erstellt eine Liste der Unfälle beim Bau der Titanic: 8 Tote, 28 Schwerverletzte und 218 kleinere Unfälle.

10. April 1912

Bevor die Passagiere an Bord kommen wird eine Rettungsübung durchgeführt. Die Titanic verlässt Southampton zur Jungfernfahrt nach New York. Zwischenstopp in Cherbourg/Frankreich, Passagiere und Post kommen an Bord, einige verlassen das Schiff.

11. April 1912

Zwischenstopp in Queenstown/Irland, Passagiere und Post kommen an Bord, einige verlassen das Schiff. Kurs auf New York. An Bord sind 2.208 Menschen.

11. April 1912

Am Mittag verlässt die der Cunard Liner Carpathia New York in Richtung Mittelmeer. An Bord sind 743 Passagiere und 320 Besatzungsmitglieder.

12.-14. April 1912

Mehrere Meldungen warnen die Titanic vor Eis direkt auf dem Kurs.

14. April 1912 23.40h

Seit Stunden sinkt die Wassertemperatur und Berechnungen zeigen, dass die Titanic inzwischen im Eisfeld sein muss. Die Titanic fährt mit Höchstgeschwindigkeit hindurch und weicht mehreren Eisbergen aus. Einem kann jedoch nicht ausgewichen werden. Auf der Steuerbordseite wird der Rumpf am Bug beschädigt, Wasser dringt ein. Die Türen der wasserdichten Abteilungen werden geschlossen.

14. April 1912 23.58h

Ein erster Notruf wird abgesetzt.

15. April 1912 00.25h

Rettungsboot 7 wird als erstes gefiert.

15. April 1912 02.00h

Der letzte Notruf der Titanic wird von der Virginian notiert.

15. April 1912 02.03h

Die New York Times druckt die ersten Exemplare der Morgenausgabe. Über den Dampfer Virginian, die Büros der Leyland Line und der Montreal Gazette erreicht die Nachricht von der Kollision die Redaktion. Die Zeitung druckt wohl zum ersten Mal weltweit die Worte „Titanic“ und „Eisberg“ nebeneinander. Der Druck wird gestoppt als bekannt wird, dass die Titanic nicht nur beschädigt ist, sondern sinkt.

15. April 1912 02.20h

Das Heck der Titanic, das sich zuvor fast senkrecht aufgestellt hat, versinkt im Atlantik.

15. April 1912 03.35h

Die Überlebenden in den Booten sehen die Raketen der Carpathia (bis hier Bordzeit Titanic).

15. April 1912 04.10h

Die Carpathia nimmt die ersten Überlebenden auf (ab hier Bordzeit Carpathia).

15. April 1912 08.30h

Die letzten Überlebenden werden von der Carpathia aufgenommen.

15. April 1912 08.50h

Die Carpathia verlässt die Wrackstelle, an Bord sind 712 Überlebende – 1.496 Menschen sind dem Untergang zum Opfer gefallen.

16. April 1912

Die Schiffsversicherung Lloyd’s of London vermerkt: „Britischer Postdampfer Titanic Southampton nach New York gesunken am 15. April um 02.20h auf 41.16 nördlicher Breite und 50.14 westlicher Länge nach Kollision mit Eis. Telegraphisch übermittelt von der Olympic an die Funkstation Cape Race. Weiteren Berichten zufolge ist der Verlust an Leben gross.

17. April 1912

Das Kabelschiff Mackay-Bennett verlässt Halifax, Neuschottland/Kanada, um im Auftrag der White Star Line nach Leichen zu suchen.

18. April 1912

Die Carpathia erreicht am Abend mit den Überlebenden New York, sie ist das einzige Schiff, das Menschen der Titanic lebend hat retten können

19. April 1912

Ein Ausschuss des US-Senats beginnt unter der Leitung von William Alden Smith mit der Untersuchung der Ursachen des Untergangs der Titanic.

19. April 1912

Die Carpathia verlässt New York zum zweiten Mal in Richtung Mittelmeer, ohne die Titanic-Überlebenden.

20. April 1912

Die Lapland der Red Star Line verlässt New York mit 167 Überlebenden der Titanic-Crew, Bruce Ismay, die Offiziere und weitere Überlebende müssen in Amerika bleiben, um vor dem Ausschuss des Senats weitere Aussagen zu machen.

20. April 1912

Die Mackay-Bennett birgt die ersten 51 Leichen.

22. April 1912

Die Minia verlässt Halifax um die Mackay-Bennett bei der Leichensuche zu unterstützen.

24. April 1912

Die Heizer der Olympic treten in Streik, sie fordern bessere Sicherheitsbedingungen.

28. April 1912

Die Lapland erreicht Plymouth/England.

2. Mai 1912

Unter dem Vorsitz von Lord Mersey nimmt in London der Untersuchungsausschuss seine Arbeit auf.

3. Mai 1912

In Halifax werden die ersten Leichen beigesetzt.

7. Mai 1912

Das Wachsfigurenkabinett „Madame Tussaud“ in London stellt ein Abbild von Kapitän Smith aus und wirbt dafür.

11. Mai 1912

Bruce Ismay und die Titanic-Offiziere erreichen Liverpool an Bord der Adriatic.

13. Mai 1912

Die Oceanic entdeckt das letzte noch vermisste Rettungsboot A. Darin befinden sich drei Leichen.

14. Mai 1912

Der erste Titanic-Film „Saved from the Titanic“ wird aufgeführt. In der Hauptrolle die Schauspielerin und Titanic-Überlebende Dorothy Gibson.

28. Mai 1912

Der US-Untersuchungsausschuss legt seinen Bericht vor.

29. Mai 1912

Die Carpathia kehrt nach einer Rundreise nach Fiume zurück nach New York. Die Besatzung erhält von einem Komitee der Überlebenden Medaillen.

12. Juni 1912

In Halifax wird die letzte Leiche beigesetzt.

30. Juli 1912

Der britische Untersuchungsausschuss veröffentlicht seinen Bericht.

1. September 1912

Die White Star Line gibt den Namen des dritten Schiffes der Olympic-Klasse bekannt: Britannic.

9. Oktober 1912

Die Olympic wird für einen umfassenden Umbau aus dem Verkehr gezogen, damit sich ein Unglück wie bei der Titanic nicht wiederholen kann.

31. März 1913

J.P. Morgan stirbt in Rom.

2. April 1913

Die Olympic wird wieder in Dienst gestellt und als „The New Olympic“ vermarktet.

15. April 1913

Die internationale Eispatrouille nimmt am Titanic-Jahrestag ihren Dienst auf.

26. Februar 1914

Die Britannic, das dritte Schwesterschiff, läuft vom Stapel.

August 1914

Ausbruch des 1. Weltkrieges. Die Olympic erhält einen neuen Anstrich zu Tarnzwecken.

27. Oktober 1914

Die Olympic rettet 250 Seeleute von der sinkenden HMS Audacious.

Oktober 1914

Die Olympic wird nicht wie geplant in Belfast aufgelegt, sondern von der Admiralität eingezogen als Truppentransporter.

13. November 1915

Die Britannic wird vor ihrer Fertigstellung als Lazarettschiff eingezogen und erhält im Dezember einen entsprechenden Anstrich.

28. Juli 1916

In Amerika zahlt die White Star Line in einem aussergerichtlichen Vergleich $665.000, der Fall Titanic wird zu den Akten gelegt.

21. November 1916

Die Britannic läuft bei der Insel Kea in der Ägäis (Mittelmeer, Griechenland) auf eine Mine (gelegt vom deutschen U-Boot U-73) und sinkt in nur 55 Minuten. Zum Glück waren keine Verwundeten an Bord, beim Untergang sterben 30 Menschen. (Die in Belfast eingelagerte Inneneinrichtung der Britannic wird 1919 versteigert.)

12. Mai 1918

Die Olympic rammt im Kanal das U-Boot U-103, das in der Folge sinkt. Die Olympic ist das einzige Passagierschiff, von dem überliefert ist, dass es ein U-Boot versenkt hat.

17. Juli 1918

Die Carpathia wird bei Irland von einem deutschen U-Boot torpediert und sinkt, fünf Seeleute sterben.

11. November 1918

Der Weltkrieg ist zu Ende

12. August 1919

Die Olympic kehrt zurück nach Belfast. Sie wird wieder für den Einsatz als Passagierschiff umgebaut. Dabei wird sie auf Ölfeuerung umgestellt.

1922

Als Reparationszahlung für die versenkte Britannic erhält die White Star Line den neuen HAPAG-Dampfer Bismarck, der als Majestic eingesetzt wird.

18. November 1929

Die Kontinentalplatten vor Neuschottland werden von einem starken Erdbeben heimgesucht. Mehrere Transatlantikkabel werden von Schlammlawinen auf dem Meeresboden beschädigt. Manche gehen davon aus, dass das Wrack der Titanic dabei verschüttet wird.

10. Mai 1934

Die IMMC steht vor dem finanziellen Ruin. Um Subventionen zu erhalten, zwingt die englische Regierung die Reedereien Cunard Line und White Star Line zu fusionieren. Der Zusammenschluss zur Cunard-White Star Line wird bekannt gegeben.

16. Mai 1934

Die Olympic rammt das Nantucket Feuerschiff, bei deren Untergang sterben sieben Menschen.

12. April 1935

Die Olympic wird nach fast 24 Jahren ausser Dienst gestellt.

11. Oktober 1935

Die Olympic wird zum Abwracken nach Jarrow (am River Tyne, England) geschleppt.

19. September 1937

Der ausgeschlachtete Rumpf der Olympic wird nach Inverkeithing (Schottland) geschleppt zum endgültigen Abwracken.

18. Oktober 1937

Bruce Ismay stirbt in London.

4. November 1940

Sir Arthur Rostron, Kapitän der Carpathia, stirbt in Chippenham.

17. Januar 1941

Der White Star Line Tender Traffic wird (unter deutscher Flagge) torpediert und versenkt.

15. Mai 1947

In der Ägäis wird ein Wrack entdeckt und als für den Schiffsverkehr gefährliche Stelle in die Seekarten eingezeichnet. Später wird das Schiff als Britannic identifiziert.

14. November 1948

Die „Cunard Steamship Co.“ kauft die verbleibenden 38% der „Cunard-White Star Ltd“. Damit verschwindet der Name „White Star“ gänzlich.

Sommer 1953

Die Bergungsfirma Risdon Beasley aus Southampton soll versucht haben, an Bord der The Help mit Sprengsätzen ein Echoprofil des Meeresbodens zu erstellen, um die Titanic zu lokalisieren.

November 1955

Walter Lords Buch „A Night to Remember“ (dt. „Die letzte Nacht der Titanic“) wird veröffentlicht. Das Buch gilt als Beginn der eigentlichen Titanic-Forschung. Für das Buch, das 1958 verfilmt wird, interviewte Lord duzende Überlebende.

25. Januar 1962

Captain Stanley Lord (Californian) stirbt.

12. Juli 1963

In Amerika wird der erste Titanic-Verein gegründet, die „Titanic Enthusiasts of America“ (später wird daraus die „Titanic Historical Society“).

Oktober 1968

Der Engländer Douglas Woolley gibt bekannt, dass er die Titanic finden und bergen möchte. Über viele Jahre macht er immer wieder in der Presse von sich und seinen Plänen reden.

4. Dezember 1975

Jacques-Yves Cousteau taucht zum Wrack der Britannic in 110 Metern Tiefe.

1977

Die HMS Hecate, ein hydrographisches Schiff der britischen königlichen Marine, soll während dem kalten Krieg Unterseekarten mit den Pfaden der nuklearen U-Boote erstellt haben. Eine Anomalie am Meeresboden soll als Titanic-Wrack interpretiert worden sein – die Position ist bis heute unter Verschluss. Diese Information aus Militärkreisen könnte dem späteren Mitentdecker Ballard vorgelegen haben, als er 1985 nach der Titanic suchte.

Juli-August 1980

Jack Grimm, ein amerikanischer Millionär, finanziert eine Expedition mit dem Ziel, die Titanic zu finden – ohne Erfolg. Die H.J.W. Fay kämpft gegen schlechtes Wetter.

Juli 1981

Auch die zweite Expedition von Grimm, diesmal an Bord der Gyre, scheitert im Kampf mit schlechtem Wetter.

25. Mai 1983

Sidney Edward Daniels, das vemutlich letzte überlebende Besatzungsmitglied der Titanic stirbt in Portsmouth/England.

1983

Jack Grimm versucht mit der Robert D. Conrad sein Glück zum dritten und letzten Mal, und auch dieses mal spielt das Wetter nicht mit.

Juli-September 1985

Ein französisch-amerikanisches Forscherteam unter der Leitung von Jean Louis Michel und Dr. Robert D. Ballard sucht mit den Schiffen Le Suroît und Knorr das Wrack der Titanic. Ein erster Hinweis auf das Wrack (ein starkes Echo eines Navigationstransponders) wird am 10. Juli ignoriert.

1. September 1985

In einer Tiefe von 3.740 Metern entdecken die Forscher die Titanic, zerbrochen in zwei Teile. Die Koordinaten der Rumpfsektion liegt auf der Position 41°43’57“ und 49°56’49″W. Ballard stellt sich in der Folge als alleiniger Entdecker der Titanic dar.

Juli 1986

Ein amerikanisches Team um Ballard führt 11 bemannte Tauchgänge zum Wrack durch. Zum Einsatz kommt das Forschungsschiff Atlantis II und das Tauchboot Alvin mit dem Roboter Jason Junior, der erstmals Aufnahmen aus dem Innern der Titanic macht.

Juli-September 1987

Ein internationales Forschungs- und Investorenteam (Titanic Ventures, später RMS Titanic Inc.) chartert von IFREMER das Forschungsschiff Nadir und das Tauchboot Nautile mit dem Roboter Robin, ausserdem das Forschungsschiff Abeille Supporter. Die Nautile birgt rund 900 Artefakte (Artefakte sind alle Gegenstände, die von Menschenhand geschaffen werden. Der Begriff wird von Titanicern als Synonym für die geborgenen Titanic-Objekte verwendet, auch wenn natürlich die Gegenstände, die vom sinkenden Schiff „gerettet“ wurden, ebenso Artefakte sind). Ballard, der selber Bergungsarbeiten hat durchführen wollen (und bei zahlreichen anderen Wracks auch durchführte), bezeichnet fortan die Bergungsexpeditionen als Grabräuberei.

Juni-Juli 1991

Für die Grosskinos von IMAX wird ein Film über das Wrack der Titanic gedreht. Die russischen Tauchboote MIR-1 und MIR-2 kommen mit ihrem Mutterschiff Akademik Keldysh zum Einsatz. Stahlproben werden für Tests geborgen.

12. März 1992

Die Abteilung MAIB (Marine Accident Investigation Branch) des britischen Verkehrsministeriums veröffentlicht ihre Untersuchung über die Californian. Captain Stanley wird als unschuldig befunden.

Ende April 1992

Gründung des Titanic-Verein Schweiz, rückwirkend auf den 15. April 1992

Juni 1993

Die Nautile birgt für RMS Titanic Inc. erneut rund 900 Gegenstände vom Wrack.

Juli 1994

Rund 1.000 Artefakte werden geborgen, erneut von der Nautile für RMS Titanic Inc..

4. Oktober 1994

Nach kleineren Ausstellungen in Skandinavien und Paris eröffnet in Greenwich bei London im National Maritime Museum die erste grosse Titanic-Ausstellung mit Artefakten.

September 1995

Um Aufnahmen für einen Hollywood-Film zu machen, tauchen der Regisseur James Cameron und sein Team mit den russischen Tauchbooten MIR-1 und MIR-2 zum Wrack.

August 1996

Die bislang logistisch aufwändigste Expedition zu Titanic findet statt, dahinter steckt RMS Titanic Inc. Neben den Forschungsschiffen Nadir (mit Tauchboot Nautile), Ocean Voyager, Jim Kilabuk und Ballymena sollen die Passagierschiffe Island Breeze und Royal Majesty dabei sein, wenn ein 20 Tonnen schweres Stück Bordwand geborgen wird. Nach mehreren Fehlversuchen wird das Teil bis 80 Meter unter den Meeresspiegel gehoben, in einem Sturm reisst jedoch das Seil und die Bordwand sinkt erneut auf den Meeresgrund. Übermittlung von TV-Bildern mittels Schallwellen an die Oberfläche. Ausserdem beleuchten mehrere Lichttürme erstmals grössere Sektionen des Wracks.

23. April 1997

Am Broadway feiert ein Titanic-Musical Premiere. Das Musical von Maury Yeston und Peter Stone gewinnt fünf Tony-Awards.

8. Mai 1997

Zum ersten Mal sind Artefakte von der Titanic in Deutschland zu sehen, in der bis dato grössten Titanic-Ausstellung der Welt in der Speicherstadt von Hamburg. Die Ausstellung zieht bis Oktober 1998 über 1,2 Millionen Besucher an. Danach ist die Ausstellung in Zürich und München zu sehen.

8. Januar 1998

In den deutschsprachigen Ländern läuft der Titanic-Film von James Cameron an. Weltweiter Medienhype um die Titanic, der Film wird der erfolgreichste Film aller Zeiten. Er spielt 1,845 Milliarden Dollar ein und wird am 23. März 1998 mit 11 Oscars ausgezeichnet.

April 1998

Im Sog des Titanic-Booms werden gleich drei Titanic-Nachbauprojekte angekündigt, eines in Südafrika, eines in Deutschland und ein US-Schweizerisches Projekt. Alle sind überzeugt, bis 1999 oder spätestens 2002 mit einem exakten Nachbau der Titanic über die Meere zu kreuzen. Keines wird realisiert.

Juli-September 1998

Erneute Bergungsexpedition von RMS Titanic Inc., diesmal glückt der Versuch und das sogenannte „Big Piece“ wird an Bord der Abeille Supporter gebracht. Während der Expedition kommt es zur ersten Live-TV-Sendung vom Wrack der Titanic. Die hochauflösenden Bilder werden mittels Glasfaserkabel an die Meeresoberfläche geschickt. An der Untergangsstelle arbeiten vier Schiffe: Die Nadir, Ocean Voyager, Abeille Supporter und die Petrel V.

September 1998

Während acht Tauchgängen mit der MIR-1 und MIR-2 werden zum ersten Mal zahlende Touristen zum Wrack der Titanic gebracht. Ein Besuch des Wracks kostet $32.000.

Sommer 1999

Erneute Touristen-Expedition

Juli-August 2000

Bergungsexpedition von RMS Titanic Inc. unter Verwendung der Akademik Keldysh und der MIR-Tauchboote

September 2000

Die Carpathia, die 1912 die 712 Überlebenden der Titanic rettete, wird von einer Expedition um Clive Cussler entdeckt.

21. Juni 2001

RMS Titanic, Inc. kauft das Wrack der Carpathia mitsamt der Bergerechte.

Juli-August 2001

Während einer Touristen-Expedition heiraten in einem MIR-Tauchboot Kimberley Miller und David Leibowitz.

August-September 2001

James Cameron kehrt zurück zur Titanic, wieder mit den russischen Tauchbooten, aber diesmal mit IMAX-Kameras, es entsteht der Film „Ghosts of the Abyss“ (dt. „Geister der Titanic“).

7. Dezember 2002

In Hamburg wird die spektakuläre deutsche Version des Titanic-Musicals von Maury Yeston und Peter Stone uraufgeführt. Nach nur zehn Monaten und 321 Vorstellung wird es mangels Erfolg abgesetzt.

1. April 2003

Die Nomadic, das letzte schwimmende Schiff der White Star Line verlässt Paris in Richtung Le Havre. Sie diente neben dem Eiffelturm über viele Jahre als Restaurant und privater Club.

Juni-Juli 2003

Expedition von NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration, Ableger des US-Handelsministeriums,) um den Zustand des Wracks nach den vielen Expeditionen zu erforschen, mit der Akademik Keldysh und den MIR-Tauchbooten.

Mai-Juni 2004

Erneute NOAA-Expedition, Dr. Robert Ballard wird dazu eingeladen, die Erforschung erfolgt ausschliesslich mit ferngesteuerten Tauchrobotern.

August-September 2004

RMS Titanic Inc. führt zum ersten Mal eine Bergungsexpedition nur mit Robotern durch, die von der Mariner Sea gesteuert werden.

Herbst 2004

Möglicherweise werden auf einer illegalen, geheimen Titanic-Expedition Gegenstände geborgen und privat verkauft. Die Umstände dieser möglichen Expedition sind jedoch unklar.

Juni-August 2005

Zum dritten Mal macht James Cameron eine Expedition zur Titanic, insbesondere, um mit Robotern (gesteuert von den MIR-Tauchbooten) das Innere der Titanic weiter zu erforschen. Die Expedition ist aus logistischen Gründen zweigeteilt (mit Pause in St. Johns, Neufundland). Cameron schafft es, während dem zweiten Teil aus dem Inneren der Titanic Live-Bilder für die Discovery-Sendung „Last Mysteries of the Titanic“ nach Amerika zu übermitteln. Neben der Keldysh ist auch die Sikuk vor Ort und dient als „Hotelschiff“.

Juli 2005

Zwischen den beiden Teilexpeditionen finden touristische Tauchgänge statt, ebenfalls mit der Akademik Keldysh und den MIR-Tauchkapseln.

Juli-August 2005

Mike Harris führt eine private Film- und Fotoexpedition durch, da er sich mit RMS Titanic Inc. nicht über die Bergung von Artefakten als permanente Leihgaben einigen kann.

15. Juli 2006

Die Nomadic, das letzte White Star Line Schiff (einst als Passagiertender in Cherbourg im Einsatz, gebaut für die Olympic und Titanic) kehrt an ihren Bauort Belfast zurück. Verschiedene mehr oder weniger realistische Ideen kursieren, doch die Zukunft des Schiffes ist eher ungewiss.

28. Februar 2007

Die Bergerechte an der Carpathia werden von RMS Titanic Inc. an SeaVenture verkauft. Gleichzeitig schliessen beide Firmen einen Vertrag für die Dauer von 20 Jahren, gemeinsam Ausstellungen zu veranstalten und koordinieren.

16. Juni 2007

In Kiel öffnet nach Hamburg (1997/98), Zürich (1998/99) und München (1999/2000) zum vierten Mal im deutschen Sprachraum eine grosse Ausstellung mit Artefakten von der Titanic die Tore. Die Ausstellung vefehlt klar ihr Ziel, in den acht Wochen werden nur 90.000 Besucher gezählt.

August 2007

 Der Tauchroboter „Super Achille“ birgt während einer Expedition in 22 Tauchgängen 99 Artefakte vom Wrack der Carpathia.

11. Mai 2009

Die letzte Titanic-Überlebende Millvina Dean, die seit Jahren mit allen Mitteln versucht Geld für ihr Altersheim aufzubringen (durch Gebühren für Autogramme und Verkauf von Erinnerungsstücken), erhält prominente Unterstützung. Filmregisseur James Cameron und seine Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio und Kate Winslet spenden grosszügig auf das von diversen Titanic-Vereinen initiierte Konto.

31. Mai 2009

Millvina Dean, die jüngste und letzte Überlebende des Untergangs der Titanic stirbt in ihrem Pflegeheim in der Nähe von Southampton im Alter von 97 Jahren, 3 Monaten und 29 Tagen. Die Titanic ist ab diesem Tag keine lebendige Geschichte mehr.

24. Oktober 2009

Die Asche Millvina Deans wird je zur Hälfte auf dem Friedhof von Copythorne, England beigesetzt und im Dock 44 im Hafen von Southampton verstreut. Anwesend sind Vertreter von mehreren Titanic-Vereinen, so auch vom TVS.

12. August 2010

Die US-Bezirksrichterin Rebecca Beach entscheidet, dass die Firma RMS Titanic Inc. für den Aufwand der Bergung von Artefakten 110 Millionen US-Dollar erhalten soll. Von wo das Geld kommt soll bis im August 2011 entschieden werden.

August-Sept. 2010

Von Bord der Jean Jarrcot erforschen RMS Titanic Inc und Woods Hole gemeinsam das Wrack der Titanic. Das Wrack und das Trümmerfeld werden kartographiert und der Zustand des Wracks soll unter anderem mit 3D Bildern festgehalten werden.

15. April 2012

Anlässlich des 100. Jahrestages des Untergangs der Titanic finden auf der ganzen Welt Gedenkanlässe statt. Die Passagiere und Crewmitglieder der Kreuzfahrtsschiffe Balmoral und Azamara Journey gedenken an der Untergangsstelle den Ereignissen von 1912.

14. Oktober 2012

Der Titanic-Verein Schweiz organisiert sich neu – zeitgemäss wird fortan die TiPo als e-paper verschickt.